Geschichte-Freiluftkegelbahn

Die Geschichte der Freiluftkegelbahn

Stand November 2000


Laut einem Zeitungsbericht von 1987 gibt es die Freiluftkegelbahn seit 1912

Junge, ledige Männer richteten sich eine Sandbahn ein, um die Sonntagnachmittage mit Kegeln zu verbringen.
Frauen waren kaum dabei und die Männer hatten auch nur am Sonntag Zeit, um sich gemütlich mit Anderen zu treffen und ein wenig Abwechslung vom harten Alltag zu genießen.

Nach kurzer Zeit ruhten die Kegel schon wieder, weil die Männer
in den 1. Weltkrieg mußten.

Aus dem Krieg zurück, ging es wieder weiter. So manche Flasche Wein wurde getrunken und auch zwei Maien im Wald geschlagen und verkauft, um danach das Geld auf der Kegelbahn zu verfeiern.

Später wurde ein Startbrett eingegraben und Teile der Kegelbahn betoniert.


Während dem 2. Weltkrieg stand die Kegelbahn ebenfalls wieder still.

Danach ging es dann richtig los: Jeden Sonntag übernahm jemand anderes die Bewirtung mit Bier und Brezeln.
Das Brezelkegeln wurde gespielt: Es gab neun unterschiedlich große Brezeln zu gewinnen, angefangen mit der Wagenradgröße.
Um so mehr Holz man warf, eine um so größere Brezel gewann man.

Initiatoren der Kegelbahn waren hauptsächlich Vogt Georg sen. und jun. , die neben dem Platz wohnten bzw. wohnen.

Um 1971 wollten eben diese Männer eine Bundeskegelbahn errichten ( 20-25 Sitzplätze, Hütte, Überdacht). Den Antrag stellte Huber Georg. Das Landratsamt und der Gemeinderat von Hesselbach genehmigten das Vorhaben, der damalige Bürgermeister von Ödsbach, Herr Sturm, hatte die Pläne fertig gezeichnet und der Kostenvoranschlag war gemacht: nämlich 72.000 DM. Aber die Beteiligten waren sich dann nicht mehr so einig, deshalb wurden die Pläne vernichtet.

Etwa 1976 betonierten die Vogt? s zusammen mit Radina Otto die Kegelbahn komplett. Außerdem wurde eine kleine Hütte gebaut, die als ?Wirtschaft? fungierte.

1980-1981 fragte die damalige Leitung der Landjugend bei den Vogt? s und beim Waldbesitzer Huber Georg an, ob sie an Pfingsten ein Fest bei der Kegelbahn veranstalten dürften.

Vom 6. bis 8. Juni 1981 war Premiere des ?Waldfestes bei der Großen Eiche? das die Landjugend veranstaltete.

1984 beschädigte ein großer Eisbruch die Eiche. Ein Ast mit drei Ster Gewicht fiel in Richtung Vogt? s herunter und zerstörte Teile der Kegelbahn und ein Telefonkabel.

Vom 25. bis 27. Mai 1985 wurde erstmals der selbst gebaute Kegelaufstellautomat genutzt.


Über die Jahre wurden immer wieder Sachen ausgebessert und neu gemacht. Zum Beispiel Steintreppen, Theken, Tanzfläche, Dacherneuerungen usw.

Am 23. Januar 1999 verschwand das Wahrzeichen des Festes: die große Eiche. Sie mußte aus Sicherheitsgründen gefällt werden.
Laut Erzählungen war die Eiche von selbst gewachsen und weil sie so schön war ließ man sie auch die ganzen Jahre stehen. Den
Jahresringen zu entnehmen war sie bei der Fällung etwa 150-160 Jahre alt. Es gab 21 Ster Abfallholz und 7 Festmeter Stammholz.
Eine Ladung, die der Kran hob, wog 27 Tonnen.
Ab diesem Zeitpunkt wurde das Fest ?Pfingstfest bei der Freiluftkegelbahn? genannt.

Am 2. Weihnachtsfeiertag 2000 fegte der Sturm ?Lothar? über das Renchtal. Auch Butschbach und Hesselbach blieben nicht verschont. Unserem Festplatz sah man die Windstärke natürlich auch an. Das sowieso schon brüchige obere Dach wurde von umfallenden Bäumen zusammengeschlagen, einbetonierte Eisen für die Theken wurden verbogen und die Tanzfläche bekam leichte Kratzer ab. Der Sturm hinterließ auf dem ganzen Platz seine Spuren. Mit den Aufräumarbeiten begannen einige Tage später die umliegenden Landwirte, aber auch ehrenamtliche Hesselbacher und Butschbacher, da die Straße geräumt werden musste. Sie zersägten die Bäume, versorgten die Äste und auch das Reißig wurde verbrannt. Die Landjugend ließ im Frühjahr 2000 mit finanzieller Unterstützung vom Waldbesitzer Georg Huber die Baumwurzeln von der Firma Müller durch Goerg Braun entfernen und somit den Festplatz auch gleich etwas einebnen.
Danach begann der Wiederaufbau durch die Landjäger: Ein neues Dach musste im oberen Teil des Platzes her. Also wurde eins konstruiert, das durch Betonfundamente gehalten wird und das man nach dem Fest wieder abbauen und trocken lagern kann. Die restliche Überdachung wurde ausgebessert. So wurde der ganze Festplatz wieder hergerichtet und sieht jetzt besser aus und ist auch praktischer.



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